Drive: Und das soll ein Hit sein?!?!


Dieser Film ist für mich das perfekt Beispiel, wie verdammt verschieden Meinungen sein können und wie leicht es ist, bei zu hohen Erwartungen enttäuscht zu werden. Nur ist dieser Film nicht nur aufgrund meiner Erwartungen ein totaler Reinfall gewesen. Da saß ich nun abends wieder zu Hause und überlegte mir, welchen Film ich mir nur ansehen soll. Auf der Suche erinnerte ich mich an Drive. Ich konnte mich so leicht daran erinnern, dass mir jemand nur gutes darüber erzählt hat und man ihn sich ja unbedingt ansehen sollte. Also Trailer angesehen, Kommentare und ein, zwei Berichte gelesen und schon stand fest, ja das könnte eine richtig gute Abendunterhaltung werden. DENKSTE!!!

Auch macht die Story auf den ersten Blick einiges her. Der Driver (der Name der Hauptperson wird nie genannt) verdient tagsüber sein Geld als Stuntfahrer in Hollywood, während er jedoch nachts als Fluchtwagenfahrer zur Verfügung steht. Dabei hat er feste Regeln. Er wartet nur fünf Minuten. Sind diese vergangen, fährt er und lässt seine Klienten zurück. Auch arbeitet er niemals mit den gleichen Leuten zweimal zusammen. Klingt nach Transporter? Tut es auch. Naja aber der Driver will viel intelligenter sein. Nicht so brachial. Die ersten Minuten versprechen auch spannende und intelligente Unterhaltung. So sieht mein ihn bei einem seiner Jobs und das ist im Vergleich zu den „ich-fahr-ganz-unauffällig-mit-200-Sachen-vom-Tatort-weg“-Klischee echt erfrischend, denn dieser Fluchtfahrer geht behutsam vor. Er fährt langsam, vorsichtig, horcht nebenbei auf den Polizeifunk und fährt dieser sogar hinterher um am wenigsten aufzufallen. Sehr, sehr schön und spannend!! Aber damit enden auch die Glanzstunden, äääh Entschuldigung…Minuten, des gesamten Filmes.

Denn mehr passiert im ganzen Film nicht wirklich. Was folgt sind gute 90 Minuten Langeweile, welche dann ab und zu für ein paar Minuten mit einer doch ganz interessanten Szene durchbrochen wird. Es gibt zwar noch einige Story-Ansetze, aber diese werden nicht weitergeführt. So leiht sich der Manager vom Driver zum Beispiel Geld von einer Art Mafia-Boss um einen Rennwagen zu kaufen und aufzubauen, um an Rennen teilnehmen zu können. Passiert nie, spielt nie wieder eine Rolle. Eine kleine Liebesgeschichte, welche an Banalität kaum zu überbieten ist. Dann passiert gut eine Stunde gar nichts. Oh der Mann der Liebschaft kommt aus dem Knast und hat bei den falschen Schulden. Klar muss da der Driver helfen. Raubüberfall, doofer Ausgang und er sitzt auf einen Haufen Geld, was der beklaute wiederhaben will. Nun warum gibt er es ihm nicht einfach, wenn er es doch eh nicht will? Oder was ist das Problem, wenn er eh total unbekannt ist und der ganze Raubüberfall angeblich getürkt gewesen sein soll? Warum tun dann die Verantwortlichen so überrascht? Logik?

Eine Story gibt es also nicht wirklich. Was ist wenigstens mit guten Dialogen? Noch schlimmer als die Story. Es wird ja kaum geredet. Bei den wenigen, total sinnlosen Dialogen vergehen gefühlte Stunden, bis der Angesprochene reagiert. Es fiel öfters das Kommentar „Hat hier jemand auf Pause gedrückt?“. Was soll das? Soll das spannend sein oder irgendwie intelligent wirken? Auch reagiert der Driver auf die Frage „Wie geht es dir?“ genauso wie auf die Tatsache, dass gerade einer Dame genau vor seinen Augen der halbe Kopf weggesprengt wurde. GAR NICHT! Also echt… Was wollte man damit bezwecken? Es nervt einfach.

Im krassen Kontrast dazu stehen die seltenen, kurzen, aber dann doch echt spannenden Szenen. So zum Beispiel wenn der Driver dann doch mal das macht, was sein Name vermuten lässt. Fahren. Und zwar schnell fahren. Es wird viel im Film gefahren. Aber nicht etwa schnell oder spektakulär, sondern eher “Komm ich fahre dich nach Hause“ oder „Ich cruise mal kurz durch die Gegend“. Auto fahren macht Spaß, ja. Aber nicht jemanden beim sinnlosen Hin- und Herfahren zusehen!! Auch sind die wenigen Actionszenen ziemlich brutal und realistisch. Das möchte ich aber als Pluspunkt zählen, da diese doch gut inszeniert sind.

Nachdem ich dann so enttäuscht war, informierte ich mich weiter, was ich vorher hätte machen sollen. Da fand ich Beiträge, in welchen geschrieben wurde, dass der Film nicht durch seine Handlung, sondern durch seinen guten Einsatz von Musik lebt. Hallo??? Wenn ich gute Musik hören will, leg ich eine CD ein!! Filmmusik ist wichtig und wenn gut gewählt sehr schön. Aber ein Film, der nur darauf aufbaut? NEIN DANKE!!

Sicherlich scheint einiges Potential in diesem Film zu stecken. Wie zum Beispiel alleine schon das Stuntfahren, das Rennfahren, die Fluchtfahrer-Geschichte, böse Mafia-Bosse, eine Geliebte (welche leider nicht einmal hübsch ist) und und und…. Aber all diese schönen Ansätze werden nicht im Ansatz umgesetzt. Ich kann mir auch vorstellen, dass der Film sich seine Fanbase eben durch seinen Minimalismus und seinen doch einigermaßen guten Soundtrack aufbauen konnte. Aber ich stelle hier meine Meinung dar. Und da muss ich leider schreiben, dass dieser Film für mich bis jetzt der größte Schwachsinn war den ich in diesem Jahr gesehen habe.

Pro:

- guter Storyansatz

- schöne Autos, wenn sie denn einmal zum Einsatz kommen

- einige sehr sehr wenige und kurze, spannende Diagloge

Kontra:
- Story??? Entwicklungen??? Gibt es nicht

- elend lange Pausen in denen rein gar nichts passiert („Hat hier jemand Pause gedrückt?“)

- keinerlei glaubhafte Reaktionen des Protagonisten

- überwiegend absolut banale und nichtssagende Dialoge

--> EINFACH NUR LANGWEILIG!!!!

Wertung: 1/10


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