Windows 8: Fail des Jahres 2012




Ich bin jemand, der seine Geräte gerne immer mit der neuesten Software laufen lässt. Sei es denn das permanente Aktualisieren der Apps auf dem Smartphone oder das installieren neuer Patches für Programme und Spiele. Meine Geräte und Programme sollen so gut wie möglich auf dem neuesten Stand der Dinge sein. Als Microsoft nun Windows 8 ankündigte, war mein Interesse daran natürlich sofort geweckt und ich konnte es kaum erwarten mehr Informationen zu erhalten. Nur wurde meine Einstellung gegenüber dem neuen Betriebssystem aufgrund der nach und nach ans Licht kommenden Details immer negativer. Nun konnte ich einen Blick auf Win8 werfen und musste leider feststellen, dass Windows 8 der (für mich) größte Reinfall des Jahres ist.

Zunächst möchte ich allerdings anmerken, dass die folgenden Aussagen alle auf die PC-Version des Betriebssystems bezogen sind. Auf die mobile Version werde ich am Ende des Artikels eingehen.
Selbst mein erster Eindruck im Laden war katastrophal. Laptop aufgeklappt und…ein Lockscreen?! Was zur Hölle?! Nach gefühlt 10 Minuten hatte ich geschafft, den Laptop zu „entsperren“. Dafür muss die linke Maustaste gedrückt und der Screen nach Oben geschoben werden. Hab ich hier ein Tablet oder ein Laptop? Wozu brauch ich hier eine Bildschirmsperre? Passwort? Okay! Aber eine Bildschirmsperre? Naja was soll‘s…

Kommen wir aber zum wichtigsten neuen Feature (und meinem Hauptproblem) von Windows 8, die Metro-Oberfläche. Diese neue Kachelansicht ist für Menschen, die mit einem Computer tatsächlich noch ordentlich arbeiten wollen absolut überflüssig und dazu leider noch unbrauchbar! Startmenü? Fehlanzeige! Übersichtlicher Aufbau der Startseite? Fehlanzeige! Das was Windows einmal ausgemacht hat, die Fenster? Fehlanzeige! Die neue Metro-Oberfläche bietet mir dafür tolle Live-Kacheln, welche mich informieren wenn meine Freunde etwas bei Facebook gepostet haben oder zeigen mir wie das Wetter wird… Ohja das brauche ich auf meinen PC…  Über Geschmack soll man nicht streiten, aber ich persönlich finde Metro nicht einmal optisch ansprechend. Ich bin ein Freund des Schlichten und Einfachen. Diese großen, bunten Kacheln sind für mich einfach viel zu viel.

Windows 8 Fans behaupten an dieser Stelle immer. Wenn du nicht mit Metro arbeiten möchtest, reicht ein Klick und du bist auf dem Desktop. Ja, aber das ist ein Klick mehr als Nötig! Ich finde alleine die Tatsache, dass der Desktop (glücklicherweise) noch vorhanden ist, spricht dafür, wie überflüssig Metro ist und wie wenig Microsoft selbst auf ihre neue Oberfläche vertraut. Sie funktioniert einfach nicht eigenständig. Programme können zwar in ihr als Kachel abgelegt werden. Werden sie dann aber gestartet, öffnet sich sofort der alte Desktop und man kann ich der alten Windows 7 Manier arbeiten. Wozu dann Metro?? Es gibt einige Apps, die den Desktop nicht benötigen. Nur kann ein Nutzer, welcher nicht nur auf Facebook surfen will, mit diesen so gut wie gar nichts anfangen. 

Aber selbst der Desktop ist nicht verschont geblieben. So fehlt nun auch dort das Startmenü. Wer nicht weiß, dass er mit „Windows“+E den Explorer öffnet, wird verzweifelt nach der Festplattenübersicht suchen. Ansonsten ist fast alles beim Alten geblieben. Nur die einzige wirklich positive Veränderung findet sich dann doch hier. Und zwar hat Microsoft dem Explorer ein aus den neueren Office-Programmen bekanntes Menü spendiert.

Das nächste Unding auf einem PC ist der App-Store. Wozu benötige ich so etwas auf einem Computer? Habe ich doch die Möglichkeit über den Browser Programme zu downloaden und später zu installieren. Manche mögen jetzt sagen, dass es übersichtlicher und einfacher sei. Aber den Namen des gewünschten Programmes bei Google einzutippen, einen Link zu wählen und auf „Download“ zu klicken, erscheint mir nicht sehr viel komplizierter und vor allem, weiß ich hier noch ganz genau wo ich welche Datei auf meinem Rechner habe. Das ist im Store nicht gegeben. Ich drücke auf Installieren und zack taucht eine neue Kachel auf. Was genau jetzt auf meiner Festplatte ist weiß ich erst wenn ich mich doch einmal in den Explorer verirre.

Aber Microsoft möchte doch gar nicht, dass die Nutzer mitdenken. Windows 8 richtet sich an die Casual-Nutzer. An Menschen, die denken, dass sie, nur weil sie bei Facebook mit ihren Freunden chatten, sich auf Youtube Videos ansehen und vielleicht sogar noch mit Word einen Brief schreiben können, totale Computer-Genies sind. Dass ein Computer aber ursprünglich zum Arbeiten gedacht war, hat Microsoft anscheinend vergessen. 

Hätte Microsoft mir die Möglichkeit gegeben Metro komplett zu ignorieren und beim Start sofort auf dem Desktop (natürlich mit Startmenü) zu landen, wäre alles in Ordnung. Aber dann bräuchte man auch Windows 8 nicht. So ist Windows 8 allerdings Microsofts Beitrag zur Verblödung der Menschheit.

Ach ja, die mobile Version. Hier funktioniert Metro eigenständig und gut. Auch das dank Touch-Bedienung. Allerdings wird mit Tablets und Smartphones nicht so gearbeitet wie mit Computern. Ich hoffe einfach, dass dies nur der gescheiterte Versuch von Microsoft bleibt mobile Geräte und feste Computer mit einem einheitlichen Betriebssystem zu versorgen und sie in Zukunft PC-Betriebssysteme wieder unabhängig von Tablets und Smartphones entwickeln, da dies zwei unterschiedliche Welten sind.

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