Acer Iconia A1-810: preiswerter Ipad Mini-Klon?


Meine Pechsträhne setzt sich nahtlos fort. Nachdem im Sommer mein One X ausgestiegen ist, folgte nur wenige Wochen später mein Iconia B1. Seine Funktion als Tablet erfüllte es zwar noch, aber leider war nach gerade einmal 30 Minuten der Akku leer. Blöderweise befand sich das Tablet schon wenige Tage länger als 6 Monate in meinem Besitz und somit wurde eine kostenfreie Reparatur (bzw. ein Austausch des Gerätes) von Acer abgelehnt. Mein Elektrofachmarkt meines Vertrauens zeigte sich zum Glück deutlich kulanter und so wurde aus einem Iconia B1 ein Iconia A1. Dieses konnte ich jetzt seit gut einem Monat ausgiebig testen.


Design
Beginnen wir wie immer mit den äußeren Werten. Das Design des Acer Iconia A1 ist angenehm schlicht gehalten. Gewisse Ähnlichkeiten zu einem Ipad Mini fallen aber schon deutlich ins Auge. Nur flüchtig betrachtet, sehen sich beide Tablets sogar beinahe zum Verwechseln ähnlich. Ist das was Schlechtes? An sich nicht, denn das Ipad Mini sieht schon verdammt schick aus. Aber ein paar eigene Designideen zur klaren Identifikation (wie der blaue Rahmen des Iconia B1) wären doch wünschenswert gewesen. Was ich persönlich aber auch wieder sehr schick finde, ist die weiß gehaltene Rückseite des A1. Nachbesserungsbedarf hat Acer allerdings noch etwas bei der Dicke und beim Gewicht des Iconia A1. Mit 11,1mm ist das Tablet zwar nicht extrem dick, da wäre meiner Meinung nach aber auch mehr (also eigentlich weniger) drin gewesen. Auch das Gewicht von ca. 410 Gramm ist nicht ganz optimal.

Verarbeitung
Beim Iconia B1 hatte ich die Verarbeitung teilweise noch etwas bemängelt. Zwar konnte ich die extrem schlechten Berichte über knarzende Gehäuse und unregelmäßige Spaltmaße nicht nachvollziehen, aber die wackeligen Tasten hatten mich gestört. Gute Nachricht, das Acer Iconia A1 merzt diese Schwachstellen aus. Die Tasten sitzen bombenfest und bieten einen hervorragenden Druckpunkt. Wie beim Iconia B1 setzt Acer beim Iconia A1 auch auf ein Kunststoffgehäuse. Das fühlt sich aber auf keinen Fall billig an. Es knarzt nichts und störende Spaltmaße und Kanten sucht man vergebens. Einziger Kritikpunkt ist der graue Kunststoffrahmen, welcher sich um das Gerät zieht. Dieser ist extrem empfindlich. Obwohl ich von Anfang an eine Schutzhülle verwendet habe, hatte ich schon nach zwei Tagen erste feine Kratzer auf diesen Rahmen. Das ist schon ziemlich ärgerlich.

Performance

Aber genug zum Erscheinungsbild des A1. Wie sieht es denn bei den inneren Werten aus? Angetrieben wird das Tablet von einem MediaTek 1,2 GHz Quad-Core Prozessor. Der Arbeitspeicher beträgt ordentliche 1 GB. Schauen wir uns aber zunächst ein paar Benchmark-Ergebnisse an.


Die Benchmarks liefern durchaus ordentliche Werte. Ich persönlich lege aber nicht so sehr viel Wert auf diese Zahlen, die eigentlich nur darstellen, wie gut das Gerät mit genau diesen einem Programm zurechtgekommen ist. Für einen Vergleich mit anderen Geräten ist aber doch immer ganz hilfreich. Viel wichtiger ist doch aber wie sich Tablet im alltäglichen Gebrauch schlägt.
Dabei leistet die CPU wirklich gute Arbeit. Ruckler fallen beim Scrollen durch Homescreens oder beim Surfen überhaupt nicht auf.  Auch aufwendigere Spiele wie Dead Trigger 2 und Dungeon Hunter 4 lassen sich hervorragend auf dem A1 spielen. Bezüglich Multi-Tasking ist der Unterschied zum Iconia B1 deutlich zu spüren. Der doppelte Arbeitsspeicher macht sich deutlich bemerkbar. So macht es dem Iconia A1 nicht aus, wenn mehrere Anwendungen nebenher laufen.

Display
Das 7,9 Zoll Große IPS-Display des Acer Iconia A1 löst mit 1024x768 Pixeln auf und liefert somit eine Pixeldichte von 162ppi. Das ist nicht wirklich viel. Das fällt vor allem beim Lesen und beim Spielen auf. Texte wirken leicht ausgefranst und bei Spielen ist es schade, dass das Bild nie wirklich gestochen scharf aussieht. Okay das klang jetzt schlechter als es wirklich ist. Es macht trotzdem Spaß mit dem A1 zu surfen, zu Spielen und sich Videos anzusehen. Wenn man aber wie ich etwas von besseren Displays verwöhnt ist, fällt das dann doch auf. Schlecht ist das Display aber auf keinen Fall. Das liegt auch an der durchaus gute Helligkeit und Blickwinkelstabilität. Auch Farb- und Kontrastwerte gehen voll in Ordnung.

Software
Auf dem Iconia A1 läuft ab Werk Android 4.2.2 Jelly Bean. Dabei verzichtet Acer auf eine eigene Nutzeroberfläche und größtenteils auf vorinstallierte Apps. Lediglich ein paar Widgets, ein nützlicher Dateimanager, die Acer Cloud Steuerung und eine Foto-App werden von Acer vorinstalliert. Ich persönlich finde es sehr gut, dass Acer ihr Gerät nicht so mit eigener Software überlädt, wie das Samsung zum Beispiel mit seinen Geräten macht. Besonders nützlich fand ich aber die TouchWake-Funktion. So kann das Iconia A1 entsperrt werden indem man es hochkant mit beiden Daumen oder im Querformat mit der ganzen Hand berührt. Echt praktisch.

Kamera
Acer verbaut im Iconia A1 eine 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite und eine 0,3 Megapixel Frontkamera. Warum man bei einem Tablet eine rückseitige Kamera benötigt, ist mir zwar immer noch nicht ganz klar, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand tatsächlich mit einem Tablet fotografiert, aber was soll’s. Dementsprechend kann man auch keine wirklich hohe Bildqualität erwarten. Für Schnappschnüsse reicht sie allerdings auf jeden Fall aus. Ich hätte mir eher eine bessere Frontkamera gewünscht, da man diese doch öfter zum Einsatz kommt. Sicherlich reicht die Qualität zum Skypen aus, aber ich hätte den Fokus auf diese Kamera gelegt. Wirklich meckern kann ich aber nicht. Zum ernsthaften Fotografieren ist die Hauptkamera nicht gedacht und somit erfüllt sie schon ihren Zweck und auch die Frontkamera ist vollkommen ausreichend.

Speicher und Akkulaufzeit
Der interne Speicher des Iconia A1 beträgt 8GB und lässt sich problemlos mit einer microSD um bis zu 32GB erweitern. Somit ist der Speicher wirklich mehr als ausreichend. Mit einer Akkuleistung von 4950mAH wird das Acer Iconia A1 auch ausreichend lange mit Energie versorgt. Ich nutze das Tablet überwiegend zum Lesen und zum Anschauen von Videos. Dabei hält der Akku gut zwei bis drei Tage durch. Das geht voll in Ordnung. Nach meinen Erfahrungen mit dem Iconia B1 bleibt aber abzuwarten wie denn die Lebensdauer vom Akku des Iconia A1 ausfällt.



Fazit
Was bleibt abschließend zu sagen? Mein Tausch vom B1 zum A1 war auf jeden Fall kein schlechter. Das Iconia A1 kann mit einer ordentlichen Verarbeitung, einer sehr guten Performance und einer guten Akkulaufzeit auftrumpfen. Vor allem der Preis ist wie auch schon beim B1 ein echter Knüller. Das Iconia A1 ist schon für gerade einmal für 169 Euro zu haben. Dafür bekommt man wirklich viel Power. Leichte Abstriche müssen beim Display und der Kamera gemacht werden. Da die Kamera meiner Meinung nach zu vernachlässigen ist und das Display trotzdem in Ordnung geht, kann ich ohne schlechtes Gewissen eine klare Kaufempfehlung aussprechen.

Pro:
- gute Verarbeitung
- ordentliche Displayhelligkeit, Blickwinkelstabilität und Farbwedergabe
- reibungsfreie und flüssige Bedienung
- erweiterbarer Speicher
- sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
- gute Akkulaufzeit

Kontra:
- etwas zu dick und vergleichsweise hohes Gewicht
- geringe Pixeldichte
- anfälliger Rahmen
- sehr schwacher Lautsprecher

Wertung: 8,5/10

Wenn euch der Beitrag gefallen hat, lasst es mich wissen. Wenn nicht natürlich auch und schreibt mir was ihr vermisst habt. Oder stellt eure Fragen in den Comments, falls es noch Sachen gibt, die ich nicht aufgegriffen habe. Ihr besitzt auch das Acer Iconia A1? Was sind eure Erfahrungen? Ich freue mich über euer Feedback.

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