The Conjuring – Die Heimsuchung: Endlich mal wieder eine gute Geister-Geschichte


Horrorfilme mit irgendwelchen alten Spukhäusern, rachsüchtigen Geistern und besessenen Menschen haben momentan ja wieder Hochkonjunktur. Wenn sie gut gemacht sind, finde ich diese Art Horrorfilm auch um Welten besser als jeden übertrieben brutalen Splatter á la Evil Dead. Leider bleibt auch die Auflösung des Spuks meistens hinter meinen Erwartungen zurück. So war zum Beispiel Insidious, trotz anfänglich guter Stimmung, aufgrund des miesen Endes dann doch eher eine Enttäuschung. Nun ist für The Conjuring ebenfalls der Regisseur James Wan verantwortlich. Ob er mit The Conjuring nun einige Schwächen von Insidious ausgemerzt hat, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest.

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt Regisseur James Wan die Geschichte der Familie Perron. Carolyn und Roger Perron ziehen mit ihren fünf Töchtern (das ist schon der reine Horror!) in ein altes, abgelegenes Farmhaus an einem See. Passend zum Setting passieren nach und nach immer mehr ungewöhnliche Dinge in ihrem neuen Heim. Es beginnt mit einem seltsamen Geruch im ganzen Haus und Klopf-Geräuschen in den Wänden entwickelt sich bis hin zu von den Wänden fallenden Bildern und seltsamen Erscheinungen. Schnell wird der Familie klar, dass etwas nicht stimmen kann und so wenden sie sich an Ed und Lorraine Warren. Diese verdienen ihr Geld mit der Untersuchung paranormaler Phänomene und dem Austreiben von bösen Geistern. Schnell wird auch den beiden Spezialisten klar, dass der Familie so schnell wie möglich geholfen werden muss, um noch schlimmeres zu verhindern.

Das soll auf wahren Begebenheiten basieren? Nun ja, die alte Geisterjägerin Lorraine Warren ist tatsächlich immer noch am Leben und sie beteuert in Interviews, dass das Gezeigte sehr authentisch ist. Wie viel davon nun wirklich wahr und was genau geschicktes Marketing-Gedöns ist, werden wir wohl nie erfahren. Aber solange ein sehenswerter Film entsteht, ist mir das auch ehrlich gesagt egal. Grob betrachtet bietet die Story nicht mehr als jeder andere Film des Genres. Wie ich bereist in meiner Einleitung erwähnte, ist das auch gar kein Problem, solange es gut umgesetzt wird. Was soll ich sagen? James Wan landet mit The Conjuring einen echten Volltreffer. Dabei schafft er gar nichts neues, sondern verlässt sich auf altbewährte Jump Scares und typische Horrorfilm-Klischees wie dunkle Räume und knarzende Türen. Er schafft es aber eine unglaublich dichte Atmosphäre und einen anhalten Spannungszustand zu erzeugen, welche den Zuschauer einfach packt und fesselt. Ein Grund dafür ist die grandiose Kameraführung. Die Kamera ist immer ganz dicht an den Protagonisten dran. So blickt man den Geisterjägern quasi aktiv über die Schulter. Mal sehen wie das jetzt am besten beschreibe. Durch die Kamera entsteht ein sehr gutes körperliches Gefühl für das Gezeigte. Man fühlt sich mehr als Teil der Geisterjagd und weniger als teilnahmsloser Beobachter.

Hinzu kommen durchweg einwandfreie schauspielerische Leistungen. Mit Vera Farmiga, Patrick Wilson in den Rollen der Warrens und Lili Taylor und Ron Livingston als heimgesuchtes Ehepaar, ist the Conjuring auch deutlich besser besetzt als Filme des Genres. Und das macht sich sofort bemerkbar. Lili Taylor schafft es unglaublich glaubwürdig die anfängliche Skepsis und Angst darzustellen. Vor allem haben mir aber Vera Farmiga und Patrick Wilson als Geisterjäger gefallen. Denn sie sind nicht etwa die typischen furchtlosen und oft etwas strulligen Helden, sondern genauso Eltern einer Tochter, um die sie sich sorgen. Auch wird gleich klar, dass sie selbst Angst haben. Und wenn selbst die Geisterjäger Angst vor dem haben, was da vorgeht, wie soll man da als Zuschauer ruhig bleiben?

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass wirklich jeder, der etwas mit solchen Filmen anfangen kann, sich die The Conjuring auf keinen Fall entgehen lassen darf! Zwar kann auch hier das Ende nicht ganz mit dem vorher gezeigten mithalten und einige „Wendungen“ sind zu vorhersehbar (vor allem wenn man das Genre kennt). Aber selten hat mich ein Film dermaßen gepackt. Und ja, ich hatte Angst…

Pro:
- dichte und packende Atmosphäre
- Spannungsbogen ist zum bersten gespannt
- hervorragende Kameraführung
- funktionierende Jump Scares
- facettenreiche Charaktere

Kontra:
- Ende kann nicht ganz mit überzeugen
- viele Klischees und wenig eigene Ideen

Wertung: 8,5/10

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