Killzone Mercenary: Der Shooter für Unterwegs!


Die  gute Nachricht, die Prüfungszeit ist endlich vorüber und das wahrscheinlich sogar für immer. Die schlechte Nachricht, mein Urlaub ist leider auch schon wieder vorbei. Aber die wenigen Tage in der Sonne und am Strand haben wahre Wunder bewirkt und so bin ich wieder voller Energie und Tatendrang und so kann es hier endlich wieder weitergehen. Den Anfang macht dabei Killzone Mercenary für die PS Vita und damit, somit sei vorweggenommen, der beste Shooter den man auf mobilen Plattformen zocken kann.


Ich habe zwar die ersten beiden Killzone-Teile auf der PS2 bzw. der PS3 gespielt, zu meinen wahren Lieblingsspielen konnte ich sie aber nie wirklich zählen. Grafisch und spielerisch überwiegend top, erzählerisch eher ein Flop. Daran ändert auch der Vita-Ableger nichts. Als Spieler schlüpft man in die Rolle des Söldners Arran Danner. In dessen Haut erlebt man die Geschehnisse der ersten Titel aus einer anderen Perspektive. Der Unterschied, Danner kennt keine Seiten, er folgt dem Geld. So verrichtet er sein blutiges Handwerk zunächst auf Seiten der ISA nur um später für Helghast zu kämpfen. Natürlich gibt es dafür noch andere Gründe als das Geld, aber mehr möchte ich nicht verraten.

Dieser doppelseitige Ansatz an sich ist wirklich gut und könnte der recht öden Story neues Leben einhauchen, wird aber nicht ausgenutzt. So verspielt das Entwicklerstudio Guerilla Cambridge die Möglichkeit beide Seiten besser zu porträtieren und es zum Beispiel dem Spieler zu überlassen für welche Seite er kämpfen möchte. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen alle Storymissionen von beiden Seiten aus spielbar zu gestalten. Somit hätte auch die äußerst geringe Spielzeit der Solokampagne von gerade einmal knapp vier Stunden deutlich verlängert werden können. Alle Nebenpersonen weisen ein gewisses Potential auf, das nie genutzt wird. Das geht soweit, dass ich mir einen Namen des gesamten Cast gemerkt habe. Trotzdem muss ich aber sagen, dass ich die Kampagne, trotz ihrer deutlichen Schwächen, durchaus unterhaltsam fand, auch weil ich nie viel von ihr erwartet habe.

Die Story war ja aber wie gesagt noch nie die Stärke von Killzone. Dafür kann das Gameplay auch auf der Vita voll überzeugen. Egal ob in Rambo-Manier oder leise und vorsichtig, Killzone Mercenary macht unglaublich viel Spaß. Dabei gesellt zum serientypischen, sehr guten Gunplay, ein wirklich sehr gut funktionerendes Stealth-System, welches dem Spieler erlaubt, sich an Gegner heran, oder sogar vorbei zu schleichen und ganze Missionen lautlos zu bewältigen. Wem das nicht gefällt, der kann natürlich weiterhin mit voller Waffenkraft durch das Spiel marschieren. Dank der zwei Analogsticks der Vita geht das Gunplay super präzise und flüssig von der Hand. Sogar die Touchbedienung funktioniert einwandfrei.

Um unterschiedliche Vorgehensweisen zu unterstützen kann jede Storymission und verschiedenen Modi gespielt werden. Dazu gehört der normale Modus ohne besondere Vorgaben. Nach dem erfolgreichen Abschluss dieses Modus, kann die Mission erneut mit Zusatzherausforderungen, wie zum Beispiel einer Zeitvorgabe oder „gelange zu Bereich XY ohne entdeckt zu werden“, erneut gespielt werden. Somit verlängert sich die äußerst geringe Spielzeit nochmals ein wenig.

Größter Motivationsfaktor ist allerdings tatsächlich das Geld und das passt perfekt zur Söldnerattitüde. Für beinahe jede Aktion bekommt man Credits. Sei es das töten von Gegnern, das Hacken von Terminals oder das Abschließen von Missionen, stetig wandert neues Geld auf das Konto. Von diesem kann der Spieler dann neue Waffen, Rüstungssets,  Munition und Vanguard-Systeme kaufen. Diese Vanguard-Systeme sind zum Beispiel kurzzeitige Unsichtbarkeit oder fernsteuerbare Klingenbots und so weiter. Mich persönlich hat das beinahe dauerhafte Aufleuchten von gewonnenen Credits immer wieder zum Weiterspielen motiviert, da ich mir neues Zeug kaufen wollte.

Weiterhin kann die kurze Spielzeit durch den Multiplayer-Modus deutlich verlängert werden. In insgesamt 3 Spielmodi treten bis zu acht Spieler gegeneinander an. Das gute, auch das im Multiplayer verdiente Geld kann auf die Solo-Kampagne übertragen werden. Ich bin persönlich eher der Solo-Spieler aber ich muss gestehen, dass mir der Multiplayer vor allem aufgrund der kurzen, aber knackigen Matches sehr gut gefällt und ich immer wieder mal eine kleine Runde Online spiele. Leider kann es vereinzelt zu Severabstürzen und massiven Lags kommen. Auch sind die Ladezeiten im Multiplayer ziemlich lang. Aber unterhaltsam ist der Multiplayer auf jeden Fall.

Kommen wir aber zur größten Stärke von Killzone Mercenary, der Technik. Ich weiß, ich habe bei fast allen meiner Vita-Reviews bisher geschrieben, dass die Grafik hervorragend ist. Aber es ist einfach so. Ich bin immer wieder begeistert, was das kleine Teil so alles darstellen kann. Da können andere mobile Systeme einfach nicht mithalten. Aber zurück zu Mercenary. Das Spiel läuft mit einer leicht angepassten Variante der Killzone 3 Engine und das sieht man dem Spiel in jeder Szene an. Es sieht tatsächlich teilweise besser aus als einige PS3-Titel und ist für mich das bisher grafisch beste Spiel der PS Vita. Texturen und Charaktermodelle sind großartig, vor allem die Beleuchtung ist fantastisch. Leider kann es bei aller Pracht zu kurzen Framerate-Einbrüchen kommen. Auch der Sound ist hervorragend. Man spürt direkt die pure Power der Waffen beim Feuern. Vorausgesetzt man spielt mit Kopfhörern, denn die Lautsprecher der Vita sind nicht gerade die besten.

Wer also einen Shooter für Unterwegs oder ganz speziell für die PS Vita sucht, muss zu Killzone Mercenary greifen. Ja, die Kampagne ist sehr kurz. Ja, die Story und die Charaktere sind wenig ausgefeilt und öde. Aber das hervorragende Gameplay und die audiovisuell beeindruckende Inszenierung machen die negativen Punkte deutlich wieder wett. Außerdem wird die Spielzeit durch freischaltbare Herausforderungen und dem spaßigen Multiplayer nochmals deutlich gestreckt. Daher gibt es von mir eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Zur besseren Anschauung habe ich auch diesem Review ein kurzes Video spendiert, welches die Hauptpunkte zusammenfasst.



Pro:
- präzises und flüssiges Gameplay
- sehr gut funktionierende Stealth-Elemente
- stetiger Geldfluss sorgt für sehr viel Motivation
- spaßiger Multiplayer
- audiovisuell beeindruckend

Kontra:
- sehr kurze Solo-Kampagne
- teilweise Ruckler
- lange Ladezeiten bei Multiplayer-Gefechten


Wertung: 8,5/10

Vielen Dank fürs Lesen. Natürlich interessiert mich an dieser Stelle auch wieder eure Meinung. Was haltet Ihr von Killzone Mercenary? Habe ich etwas wichtiges vergessen? Wie hat euch dieser Beitrag gefallen? Lasst es mich wissen und schreibt unten in die Kommentare. Ich würde mich sehr darüber freuen.

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