Bloodborne – The Old Hunters DLC: schmerzhafter Alptraum, ABER GEIL


Bloodborne war mein Spiel des Jahres 2015. Die düstere, extrem dichte Atmosphäre, das nervenaufreibende, bockschwere Gameplay und vor allem die perfekt designte Spielwelt machen Bloodborne zu einem wahren Meisterwerk. Kein Wunder also, dass ich mir tatsächlich einen DLC gekauft habe. In The Old Hunters erfahren wir mehr über die Ursprünge der Bestienplage und die Großartigen. Wir gehen alten Geheimnissen auf die Spur, stellen und neuen Gefahren und vor allem ist es wieder Zeit zu sterben. Oft. Sehr Oft. Aber das macht das mindestens genauso viel Spaß wie im Hauptspiel! Wie sich der DLC so schlägt, erfahrt ihr jetzt. Viel Spaß!

Nachdem ihr Vicar Amelia besiegt habt, erhaltet ihr im Traum des Jägers ein Item. Dass euch den Zugang zum Alptraum des Jägers und somit zum DLC gewährt. Über die Story des DLC habe ich bereits ausführlich geschrieben. Den Beitrag findet ihr natürlich hier auf meinem Blog. Alles dreht sich um Geheimnisse. Gräueltaten werden aufgedeckt und neue Verbindungen offenbart. Wie bei Souls Spielen üblich wird die Story alles andere als direkt erzählt. So versteckt sich die interessante und vielschichtige Geschichte in Itembeschreibungen, in kryptischen Dialogen und innerhalb kleinster Details der Spielwelt. Es bleibt zudem genügend Spielraum für Interpretationen. Das mag vielleicht auf einige abschreckend oder sogar leer wirken. Ich liebe diesen Ansatz und habe einen riesen Spaß daran die Geheimnisse dieser Welt zu entschlüsseln.

Und was für großartige, dunkle Geheimnisse das sind! The Old Hunters erweitert das bereits umfangreiche Lore erheblich. Gibt uns Einblicke in die Anfänge der Jagd und führt uns vor Augen wie grausam die Kirche auf der Suche nach Erleuchtung vorgegangen ist. Alleine dafür lohnt sich schon der Kauf des DLC. Mit einer Spielzeit von 6 bis 8 Stunden ist der Preis von 20 Euro auch mehr gerechtfertigt.

Beim Gameplay hat sich nichts geändert. Ihr kämpft euch weiterhin durch die Spielwelt, verbessert eure Reaktionen, lernt Angriffsmuster auswendig und werdet öfter sterben, als euch wahrscheinlich lieb ist. Dabei richtet sich der DLC definitiv an erfahrene Bloodborne-Spieler, denn der Schwierigkeitsgrad zieht im Vergleich zum Hauptspiel extrem an. Nicht nur begrüßen euch weitaus stärkere normale Gegner, sondern vor allem die Bossfights sind die härtesten des ganzen Spiels. Alleine dieser erste DLC Boss hat mich beinahe zur Verzweiflung gebracht. Vom letzten will ich gar nicht anfangen! Es war ein großartiger Kampf, aber noch nie habe ich so sehr an meinen Fähigkeiten gezweifelt. Umso stärker ist das Gefühl des Erfolges wenn das Monstrum endlich besiegt ist. Diese Faszination geht dem DLC also auf keinen Fall verloren. Viel mehr richtet er sich an alle, denen das Hauptspiel noch zu einfach war. Einziger Kritikpunkt, die Bossgegner scheinen mir ein wenig zu viele Lebenspunkte zu haben. Hat man einmal das Muster erkannt, dauert es trotzdem ewig bis man etwas von dem scheinbar endlosen Lebensbalken herunter gekratzt hat.

Mit dem DLC sind eine große Anzahl neuer Waffen hinzugekommen. Für jeden Spielstil sollte ein neues Lieblingsstück dabei sein. Ob es nun der liebevoll getaufte „Pizza Cutter“ oder doch-der Serien-Klassiker, das „Holy Moonlight Sword“, ist, keine der neuen Waffen wirkt irgendwie fehl am Platz oder überflüssig. Das meistern neuer Movesets und Angriffsmöglichkeiten macht weiterhin einen riesen Spaß. Mein Liebling ist aber immer noch „Simons Bowblade“. Schnell, tödlich und auch als Fernkampfwaffe nicht zu verachten.

Habe ich noch etwas auszusetzen? Eine Kleinigkeit gibt es da noch. Die Spielwelt ist extrem linear. Während ihr in Yharnam an mehreren Stellen verschiedenen Pfaden folgen konntet und die Welt sehr offen wirkte, schreitet ihr im Alptraum des Jägers sehr linear voran. Das zweite Gebiet im DLC öffnet sich zwar mehr, im dritten geht es aber wieder strikt vorwärts. Das ist durchaus Kritik auf extrem hohen Niveau, denn auch im DLC sind die altbekannten Shortcuts vorhanden und selbst wenn ihr oft geradeaus geführt werdet, die Spielwelt um euch herum ist mit so viel Liebe zum Detail designt, dass euch der Schlauch nicht stört. Schon das Hauptspiel war ein designtechnisches Meisterwerk und der DLC steht dem in nichts nach.

An der Technik hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Die macht also weiterhin einen sehr guten Eindruck, kämpft aber ab und zu mit der konstanten Bildrate. Auch der Sound bleibt gewohnt großartig und der Soundtrack wurde um einige richtig schöne Stücke ergänzt. Hier habe ich nichts auszusetzen.

Hier gibt es das Ganze wie immer noch als Video!


Wie bereits eingangs erwähnt, war der DLC für mich einfach ein Pflichtkauf. Umso besser, dass er sich voll gelohnt hat. Die Welt von Bloodborne wird um viele Aspekte erweitert, das Gameplay ist auf dem gewohnt hohem Niveau. Die Herausforderung und das damit einhergehende Erfolgsgefühl ist sogar noch gewachsen. Insgesamt ist zu einem bereits großartigen Spiel noch mehr großartiger Content hinzugekommen. Für Fans des Hauptspiels ist das also ein „No-Brainer“. KAUFEN!

Pro:
+ umfangreiche Welt von Yharnam doch noch mehr interessante Geschichten ergänzt
+ viele neue Geheimnisse
+ gestiegene Herausforderung, vor allem bockschwere Bosskämpfe
+ neue Waffen und Tools
+ für den Preis der umfangreich

Kontra:
- sehr linear
- Bossgegner haben etwas zu lange Lebensbalken
- immer noch Framerate-Probleme

Wertung: 9/10

Beliebte Posts aus diesem Blog

Deadpool: der etwas andere Superhelden-Film

Horror Games: Was mir das Fürchten lehrt?

Bloodborne Lore: Ingame-Story