Horns: teuflisch guter Harry


Daniel Radcliffe hat zwar mit seiner Rolle als Harry Potter ausgesorgt, aber in einem Punkt ist das Ganze für ihn doch sehr hinderlich. Er wird immer mit dieser einen Rolle in Verbindung gebracht werden und das macht es ihm echt schwer an diesen Erfolg anzuknüpfen. Bereits in Die Frau in Schwarz hat er aber bewiesen, dass er durchaus in der Lage ist auch andere Filme auf seinen Schultern zu tragen und in Horns beweist er ein weiteres Mal, dass er aus seiner Jugendrolle ausgebrochen ist und auch abseits von Hogwarts ein ernstzunehmender Schauspieler ist. Denn in Horns spielt er richtig auf. Kann der Film aber auch im Allgemeinen überzeugen? Lest weiter!

Horns beginnt mit Ignatius Perrish, der besoffen am Boden seines Apartments liegt. Vor der Tür warten unzählige Reporter. Denn Ig soll angeblich seine Freundin brutal ermordet haben. Keiner glaubt so recht an seine Unschuld und so ist es an ihm den wahren Schuldigen zu finden. Plötzlich wachsen ihm Hörner und die Menschen in seiner Umgebung fangen an sich verdammt merkwürdig zu benehmen. Sie offenbaren ihm ihre dunklen Geheimnisse, zeigen all ihren wahren, meistens ziemlich düsteren Gedanken. Diese neue Kraft nutzt Ig natürlich nun aus, um den Mörder seiner Freundin zu finden.

Alleine diesen Ansatz aufzuschreiben, war schon gar nicht so einfach und es hört sich ehrlich gesagt auch ziemlich bekloppt an. Aber genau das macht den Film auch sehenswert. Er ist einfach frisch.  Er hält sich nicht an die üblichen Hollywood-Konventionen, spielt mit den Erwartungen des Zuschauers und würzt die an sich düstere Erzählung mit einer guten Brise schwarzem Humor. Hier und da gibt es noch einen Hauch von Horror, Krimi, Thriller, Drama und Romanze und fertig ist der wilde Genre-Mix. Mir hat die Story bis auf das etwas zu fantastische Ende sehr gut gefallen, aber das scheint wieder einmal Geschmackssache zu sein, da meine Freundin zum Beispiel gar nichts damit anfangen konnte. Wie gesagt, der erfrischend andere Ansatz hat mir persönlich sehr gut gefallen, aber das kann auch zum Streitpunkt werden.

Worüber man überhaupt nicht streiten kann, ist Daniel Radcliffes großartige schauspielerische Leistung. Mit diesem Film hat er mich endgültig davon überzeugt, dass man ihn auch abseits der Zauberschule ernstnehmen kann und muss. Den Spagat zwischen Trauer, Wut und dem Entdecken seiner neuen Kräfte, bis hin zu seinem Abstieg in dunklere Bereiche seiner selbst, bringt er mit Bravour rüber. Somit trägt Radcliffe die gesamte Erzählung auf seinen Schultern und trägt maßgeblich zum positiven Gesamteindruck bei. Neben ihm fallen die Nebenrollen eher schwach aus, was aber weniger ins Gewicht fällt.

Auch filmisch kann Horns durchaus überzeugen. So hält sich der Film bis zum Ende mit CGI zurück und überzeugt mit wirklich sehenswerten Kulissen und Makeup. Effektgewitter sollte aber wirklich keiner erwarten. Nur ist mir anhand der letzten Minuten des Films unklar, wie dieser eine FSK 12 Freigabe erhalten konnte. (Da hat wohl jemand den Film bei der Bewertung nicht bis zu Ende gesehen?!). Wo der Film aber voll auftrumpfen kann, ist die Musik. Der Soundtrack ist schlichtweg großartig und trägt einen großen Teil zum guten Eindruck bei.

Wie immer kommt an dieser Stelle das Video.


Horns ist für mich eine echte Überraschung. Es hat mich überrascht Daniel Radcliffe so gut aufspielen zu sehen. Mich überrascht, dass man tatsächlich noch frische Ideen und Umsetzungen präsentiert bekommt. So kann ich eigentlich jeden Filmfreund, jedem Freund von bösen, schwarzen Humor und Freunden von abgedrehten Geschichten diesen Film nur wärmstens ans Herz legen.

Pro:

Kontra:

+ abgedrehte, frische Story
- zu fantastisches Ende
+ schwarzer Humor
- Erzählung kann spalten (Geschmackssache)
+ extrem starke Leistung von Daniel Radcliffe
- Nebenrollen fallen eher schwach aus
+ toller Soundtrack


Wertung: 8/10

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