Apple Keynote 7. September 2016: nicht überrascht und trotzdem zufrieden


Gestern um 19 Uhr Ortszeit war es also so weit. Unzählige Technik-Fans und Apfelfreunde versammelten sich vor ihren digitalen Wiedergabegeräten um den Worten einiger Persönlichkeiten eines der größten Unternehmen unserer Zeit zu lauschen. Apple hatte zu einer neuen Keynote eingeladen und viele sind dem Ruf gefolgt. Mit hohen Erwartungen wurde dem iPhone 7 entgegengefiebert. Auch wenn im Vorfeld mal wieder sämtliche Informationen geleakt sind und am Ende große Überraschungen ausgeblieben sind, war die Keynote ein in meinen Augen rundum gelungene Präsentation. Hier erfahrt ihr warum.

Es begann mit dem typischen Schulterklopfern und Verkaufszahlen. Das iPhone ist das meistverkaufte Smartphone der Welt. Die Apple Watch hat sich auf Platz zwei der Uhren-Verkäufe eingefunden. Mittlerweilen wurden Billionen von Apps heruntergeladen und so weiter.

Danach wurden noch einige neue Features von IOS 10 und WatchOS 3 vorgestellt, aber das meiste davon sollte schon bekannt gewesen sein.

It’s me, MARIOOOO!



Die erste große Ankündigung kam aber in Form einer für mich unerwarteten Kollaboration zwischen Apple und Nintendo. Mario findet seinen Weg in den App Store mit Nintendos erster App „Mario Run“. Der Name sagt es schon. Dabei handelt es sich um einen 2D Endless-Runner im Mario-Stil. Apple sprach auch von „zuerst unter IOS“, daher gehe ich davon aus, dass Android Nutzer sich nur ein wenig gedulden müssen. Was aber positiv zu vermerken ist, ist dass die App einmalig etwas kosten wird und danach auf In-App-Käufe verzichtet. Der Preis steht aber noch nicht fest. Insgesamt muss man aber sagen, dass diese Zusammenarbeit vor allem aus Marketing-Sicht ein wirklich cleverer Schachzug ist, vor allem für Nintendo.

Apple Watch Series 2



Das erste vorgesellte Hardware-Update war die neue Apple Watch Series 2. Diese verfügt nun über ein doppelt so helles Display und ca. 50 Prozent mehr Rechenleistung. Dazu kann man die Apple Watch Series 2 in einer neuen Keramik-Variante erhalten. Am Design hat sich jedoch nichts geändert. Wichtiger ist dafür, dass die neue Apple Watch nun bis zu einer Tiefe 50 Meter wasserdicht ist. Ein cooles Feature ist dabei der Lautsprecher, der aktiv angesammeltes Wasser wieder aus der Uhr herausdrückt. Zudem verfügt die Apple Watch nun über GPS, sodass das Smartphone während des Workouts zu Hause bleiben kann.

Dass der Fokus ganz stark bei der Fitness liegt, macht auch die Kooperation mit Nike deutlich. So gibt es eine spezielle Nike+ Variante der Uhr, die sich mit einem speziellen Armband und der Anbindung an das Nike Fitness-Netzwerk mit speziellen Software-Features wie Trainings-Erinnerungen und weiteren sozialen Reizen vor allem an Läufer richtet.

Somit ist die Apple Watch Series 2 kein großes, aber in meinen Augen ein gelungenes Update, welches viele Kritikpunkte des Vorgängers angeht. Nur zur Akkulaufzeit wurde leider nichts gesagt, Vermutlich hat sich die nicht nennenswert verbessert.

Apple iPhone 7 und iPhone 7 Plus



Und dann war es endlich so weit. Apple zeigte das neue iPhone 7. Im Vorfeld gab es zahlreiche Leaks und Vermutungen. Und sie wurden beinahe alle bestätigt. Apple ging im Verlauf der Keynote zwar die 10 großen Neuerungen ein, aber im Grunde ist das iPhone 7 mehr eine gekonnte Weiterentwicklung als eine wirkliche Revolution.

Beim Design hat sich bis auf zwei neue Farbvarianten (Black und Diamantschwarz), neu positionierten Antennenstreifen und einem neuen Kamera-Huckel nicht viel getan. Für Hardcore-Fans sicherlich enttäuschend, da die neuen iPhone-Generationen auch immer einen Designwandel brachten, aber im Grunde ist am Design nichts auszusetzen. Das iPhone 7 ist weiterhin ein wunderschönes Gerät.

Auch an der Geräte-Größe und der Display-Auflösung hat sich nichts geändert. Dafür soll das Display ca. 25 Prozent heller sein und mehr Farben darstellen können.

Dazu ist das iPhone jetzt nach IP 67 zertifiziert, also vor Staub, Spritzwasser und kurzen Badegängen geschützt. Wirklich Schwimmen oder Tauchen gehen sollte man damit aber immer noch nicht.

Der Homebutton ist nun kein richtiger Knopf mehr, sondern er basiert nun auch auf der Force Touch Technologie. Über die Taptik Engine wird aber ein haptisches Feedback beim Tastendruck erzeugt.

Beim Thema Sound hat sich einiges getan. So setzt Apple nun auf Stereo Lautsprecher und der Klinkenanschluss ist tatsächlich verschwunden. Im Lieferumfang befinden sich jetzt Lightning Ear Pods und ein Lightnig auf Klinke Adapter. Ich befürworte diesen Schritt. Immerhin erwarte ich mir vom digitalen Anschluss besseren Sound. Wenn man so auch mehr Platz für einen größeren Akku bekommt, ist das ein lohnenswerter Schritt.

Apropos Akku, der soll nun bis zu 2 Stunden länger durchhalten. Warten wir es ab!
Auch unter der Haube hat sich natürlich einiges getan. So kommt der neue A10 Fusion Chip zum Einsatz. Das ist zum ersten Mal ein Quad Core Prozessor. Zwei Kerne liefern ordentlich Power, wobei die zwei restlichen Kerne für Alltagsaufgaben zuständig sein sollen. Die Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorgänger soll ca. 50 Prozent betragen.


Der (die) wahre(n) Star(s) des neuen iPhones sitzt (sitzen) aber auf der Rückseite, die neue(n) Kamera(s). Entschuldigt die merkwürdige Formatierung… Im iPhone 7 findet ihr nun eine 12 Megapixel Kamera mit optischer Bildstabilisierung und einer Blende von f1.8. Im iPhone 7 Plus befindet sich nun ein Dual Kamerasystem aus zwei 12 Megapixel Kameras. Eine normale Weitwinkel- und eine Zoomkamera. Auf Knopfdruck schaltet ihr zwischen der normalen und der doppelten Zoomstufe um. Zusätzlich werden beide Kameras kombiniert genutzt um ein schönes Bokeh bei Portraitaufnahmen zu berechnen. Der erste Eindruck ist durchaus beeindruckend, aber warten wir erste Testberichte ab. Ich persönlich erwarte aber einiges von den Kameras.

Ihr seht also, es gab kaum Überraschungen, aber im großen Ganzen muss ich zugegeben, dass mich das iPhone 7 beeindruckt hat. Es ist ein rundum gelungenes Paket, was zugegeben ziemlich teuer ist. Der Einstiegspreis liegt bei 760 €. Dafür geht es endlich mit einer 32 GB großen Variante los.

Apple Air Pods



Eine weitere Ankündigung hatte Apple noch im Gepäck. Durch das Wegfallen des Klinkenanschlusses wurde der Weg für die Apple Air Pods frei. Dabei handelt es sich im Bluetooth Kopfhörer. Dabei verzichtet Apple aber komplett auf Kabel. Beide Ohrteile erkennen über Annäherungssensoren, ob sie sich im Ohr befinden und fangen entsprechend dann an Musik abzuspielen. Über eine berührungsempfindliche Rückseite kann zum Beispiel auf Siri zugegriffen werden. Auch ein Mikrofon befindet sich in den Air Pods. Der Akku soll ca. 5 Stunden durchhalten. Befinden sich die Air Pods aber im mitgelieferten Case werden sie darin gleich mit aufgeladen. Das Case soll genügend Ladung für 24 Stunden Nutzung bieten. Auch auf die Inbetriebnahme legt Apple viel Wert. Einfach das Case öffnen und schon werden die Kopfhörer verbunden.

In der Theorie klingt das alles super, aber an der Form der Air Pods hätte Apple ruhig etwas ändern können. Es ist mir immer noch ein Rätsel wie die Dinger bei manchen im Ohr halten. Mir fallen die Dinger immer wieder raus und wirklich bequem sind sie dazu auch nicht. Auch der Preis von ca. 180 Euro ist entsprechend gesalzen. Für mich gibt es da bessere Alternativen.

One more thing…


Und dann saß ich da und wartete auf dieses „One More Thing“. Gefühlte Ewigkeiten ist es her, dass Apple diese ikonischen Worte nutzte um eine weitere große Ankündigung brachte. Leider mussten wir auch dieses Jahr darauf verzichten. Dafür gab es am Ende, sozusagen als Rausschmeißer, eine Gesangseinlage von SIA.

Obwohl dieses „One More Thing“ leicht versteckt heute dann doch im Apple Store gelandet ist. Denn Apple hat heimlich den Preis für die 32 GB Variante iPad Air 2 gesenkt und diese zum Eintrittsmodell erklärt. So liegt die 32 GB Variante nun preislich sogar unter der 16 GB Variante. Mein 16 GB iPad Air 2 platzt mittlerweile aus allen Nähten und da ist das doch für potentielle Neukunden eine Erwähnung wert.

Fazit


Apple konnte auch dieses Jahr mit der Keynote nicht wirklich überraschen. Dafür war eigentlich schon alles im Vorfeld bekannt geworden. Trotzdem muss ich sagen, dass sie eine rundum gelungene Präsentation abgeliefert haben. Die Apple Watch und das iPhone bekommen würdige Nachfolger, die zwar im alten Gewand, aber dafür mit allen neuen technischen Spielereien aufwarten können. Vor allem auf die Kameras bin ich echt gespannt. Nur darf dieses „One More Thing“ dann doch bald weder Einzug finden!

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