Kingdoms of Amalur Reckoning




Ich hatte echt hohe Erwartungen an den Titel. Ein frei entwickelbarer Charakter, eine große, offene Spielwelt und dazu noch ein actionorientiertes Kampfsystem. Leider wird das Spiel meinen sehr hohen Erwartungen nicht gerecht. Fairerweise muss ich allerdings auch sagen, dass ich beim spielen, trotz einiger Mängel echt viel Spaß hatte und auch sicherlich weiterhin noch viele Stunden spielen werde.

Zur Story ist relativ wenig zu sagen. Die ist schlichtweg einfach nicht nur unheimlich dünn, sondern auch schwach erzählt. Aber in einem Rollenspiel kommt es meiner Meinung nach auch auf die Welt und das ganze Drumherum an. Da ist KoA auch ein zweischneidiges Schwert. Die angeblich offene Spielwelt, ist dann nun doch nicht so offen und man läuft durch Schläuche. Diese sind aber so schön und gut miteinander vernetzt, dass sich ein Gefühl einer offenen Spielwelt trotzdem einstellen kann. Das wird nur dann wieder getrübt, wenn der Charakter es nicht schafft über eine 10 cm hohe Kante zu springen und außen vorbei muss. Also ehrlich! Eine Sprungfunktion (außerhalb der vorgegebenen Stellen) wäre echt super gewesen. Auch ist jede der einzelnen Regionen unterschiedlich und sehr schick und stimmungsvoll gestaltet. Allerdings hätte Welt meiner Meinung kleiner sein sollen. Alle Bereiche sind zwar mit Quests erfüllt, aber nicht mit wirklich sehenswerten und abwechslungsreichen Inhalt. So sehen alle Gebiete in den großen Bereichen sich sehr ähnlich und es fehlt einfach an Abwechslung. Im Kontrast dazu stehen dann die seltenen WOW-Effekte bei denen Landschaft und Architektur einfach unglaublich gut aussehen. Davon hätte es ruhig mehr sein können. Auch bei den Nebenquests stellt man fest, dass es sehr sehr gute und wiederrum einfach nur reine Fließband-Quests gibt. Man wundert sich einfach, warum man teilweise echt schöne Ideen hatte und 10 min später wieder enttäuscht wird. Sind da die Ideen ausgegangen und man musste die Welt einfach noch füllen?

Was ist der nächste wichtige Punkt bei einem RPG? Klar, die Charakterentwicklung. Und da muss ich sagen, liegen die Stärken des Titels. Es motiviert echt unheimlich zum Experimentieren und immer wieder Neuverteilen der Skillpoints um endlich den Charakter zu erhalten der einem liegt. Die Erstellung des Charakters ist im Vergleich zu anderen RPGs leider aber etwas mager ausgefallen.

Somit kommen wir auch zum Gameplay. Je nach Skillung kann dieses variieren und lädt auch somit zum Experimentieren ein. Allerdings hätte ich mir mehr als nur einen Angriffsknopf gewünscht (na gut zwei mit der Sekundärwaffe). So sehen die Kämpfe zwar allesamt echt schick aus und machen auch kurz Spaß. Aber auf lange Sicht ist es einfach zu öde immer wieder den gleichen Knopf zu drücken, ab und zu mal zur Seite zu rollen oder einen Zauber vom Stapel zu lassen. Der Action Ansatz ist also definitiv vorhanden, kann sich aber keineswegs mit einem reinen Actiontitel messen. Aber das braucht es auch wiederrum gar nicht, da es für RPG-Verhältnisse mit das beste und dynamischste Kampfsystem von allem bietet.

Das Crafting System ist okay. Nichts Besonderes aber es erfüllt seinen Zweck und selbst erstellte Waffen und Rüstungen sind meist deutlich besser als gefundene Objekte, womit Crafting endlich einen Sinn erhält. Warum sollte ich mich sonst damit beschaffen, wenn ich doch bessere Sachen finden kann? Das macht KoA echt gut.

Aber die verkorkste Menü- und Inventarführung trüben auch hier wieder das Bild. Das ist echt der schwächste Punkt des Spiels und sorgt immer wieder für Aufreger und Kopfschütteln (jedenfalls bei mir). Es ist einfach viel zu umständlich und obendrein hässlich.

Wobei wir zum letzten Punkt, der Grafik, kommen. Diese ist oberflächlich betrachtet recht hübsch. Mir persönlich gefällt dieser comichafte Stil sehr gut, aber über Geschmäcker soll man ja nicht streiten. Speziell manche Dungeons in denen die Vegetation auf einmal auf meine Anwesenheit reagiert und anfängt zu wachsen...echt sehr schön!! Manche Aussichten und vor allem die Fraktionshauptstädte sind echt sehr gut gelungen und wirken sehr stilsicher. Wobei andere Orte wieder einfach nur durch reinen Durchschnitt und Ideenlosigkeit glänzen. Vor allem aber die Charakterfiguren fallen negativ auf. Es gibt kaum sichtbare Emotionen. Mimik und Gestik stammen aus dem letzten Jahrhundert. Dadurch fällt es schwer eine wahre Bindung zur Spielwelt aufzubauen. Was wiederrum aber echt gut aussieht sind die Effekte bei den margin: 0px !important;" width="1" />Kämpfen und Zaubern.

Kingdoms of Amalur: Reckoning ist definitiv weder Juwel der Rollenspiele, noch ein sehr gutes Action-Spiel. Aber die Kombination von beidem ist gut gelungen und hebt es somit von anderen Rollenspielen ab und bietet somit etwas, dass es in der Qualität noch nicht gibt. Ich habe den Kauf jedenfalls keineswegs bereut.

Pro: 
+ große, schöne und stimmige Spielwelt
+ freie und motivierende Charakterentwicklung
+ sinnvolles Crafting
+ unzählige Nebenquests
+ Kampfsystem ist zwar äußerst simpel, aber sehr schön anzusehen und macht einfach Spaß

Kontra: 
- ...leider mit langweiligen Passagen
- ...aber schwache Charaktererstellung
- absolut häßliches und verschachteltes Menü
- detailarme Charaktermodelle, kaum Mimik und Gestik
- teilweise Fließband-Quests
- Bossgegner zu einfach (aufgrund dieses Schicksalsmodus, hab den Namen vergessen =P)



Wertung: 7,5/10

Kauflink: Kingdoms of Amalur: Reckoning

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