Odys Winpad 12: Windows-Convertable für den schmalen Geldbeutel


Im heutigen Test wollen wir uns das Windows 10 Convertable Odys Winpad 12 anschauen. Für einen Preis von ca. 200 € scheint das Tablet/Netbook ein gutes Angebot zu sein. So erhält man ein vollwertiges Windows 10 Betriebssystem, ein auf dem Papier grundsolides Tablet mit einer „richtigen“ Tastatur als Zugabe. Ob mich das Odys Winpad 12 überzeugen konnte, oder ob man doch lieber etwas mehr ausgeben sollte, erfahrt ihr in diesem Test. Viel Spaß!

Design & Verarbeitung


Das Odys Winpad 12  macht keinen schlechten ersten Eindruck, auch wenn das Design alles andere als spektakulär oder einzigartig ist. Vor allem aber das hohe Gewicht von ca. 1,3 kg fällt sofort auf. Das Tablet wiegt 735 g und die Tastatur bringt nochmal zusätzliche 627 g auf die Waage. Im Notebook-Modus stört das nicht, aber das Gewicht des Tablets macht sich nach längerem Halten doch eher negativ bemerkbar. Auch sind die Displayränder ziemlich groß geraten. Ansonsten habe ich an dem schlichten Design aber nichts auszusetzen.

Beim Material kann man in der Preisklasse natürlich kein Aluminium Unibody Gehäuse erwarten und so bestehen Tastatur und Tablet komplett aus Kunststoff. Dieses ist aber sehr gut verarbeitet. Spaltmaße oder Knarzen konnte ich bei meinem Gerät nicht feststellen. Gemessen am Preis geht das also in Ordnung.


Display


Besonders wichtig ist bei dieser Geräteklasse natürlich das Display. Das 11,6 Zoll große IPS Display löst mit 1.366 x 768 Pixeln (Seitenverhältnis von 16:9) auf. Das ergibt eine Pixeldichte von 135 ppi. Das klingt nicht nach sehr viel und tatsächlich ist die Schärfe beim Betrachten nicht sehr hoch. Einzelne Pixel oder Treppchenbildung bei Texten fallen recht schnell auf und vor allem wenn man bessere Displays gewöhnt ist, wird man hier nicht 100%ig zufrieden gestellt.

Ist das aber wirklich schlimm? Nein! Das Display kann dafür mit einer guten Farbdarstellung, einer ausreichenden Helligkeit und guten Blickwinkeln überzeugen. Es ist auch kein Problem längere Zeit mit dem Winpad zu arbeiten. Nur fällt die schwache Auflösung auf den ersten Blick auf. Berücksichtig man aber wieder den günstigen Preis, finde ich, dass hier ein durchaus brauchwertes Panel verbaut wurde.

Bei der Bedienung des kapazitiven Touch Displays sind mir keine Probleme aufgefallen. Alle Eingaben werden zuverlässig und flüssig erkannt.

Performance


Das verhältnismäßig schlecht aufgelöste Display hilft aber der Performance. Im Odys Winpad 12 werkelt ein Intel Atom Z3735F Quad-Core-Prozessor mit einem 1,33 GHz Takt, der bis auf maximal 1,83 GHz aufgedreht werden kann. Dem zur Seite stehen insgesamt 2 GB DDR3 RAM.

Damit ist das Odys Winpad 12 keine Power Maschine, aber alltägliche Aufgaben löst das Convertable ohne Probleme. Word Dokumente verfassen, mit Excel etwas ausrechnen und im Internet surfen, funktioniert einwandfrei. Auch einfache Spiele stellen die Hardware vor keine großen Probleme. Für 3D CAD Anwendungen oder aufwendigere Spiele ist das Winpad allerdings nicht geeignet.

Beim Multitasking habe ich auch kaum Verzögerungen festgestellt. Natürlich braucht das Winpad hin und wieder ein paar Sekunden länger als gewohnt bis ein Programm gestartet wurde, aber das grundlegende Arbeitstempo geht vollkommen in Ordnung.

Das Tastatur-Dock


Warum ist das Odys Winpad 12 aber eigentlich so interessant? Wegen dem beiliegenden Tastatur-Dock. Das Tablet kann über zwei Scharniere und ein paar Docking Pins mit der Tastatur verbunden werden. So erhaltet ihr sozusagen ein Netbook mit Touch Display. Das Tippen auf der Tastatur klappt überraschend gut. So stellen auch längere Texte (wie dieses Skript) oder größere Excel Tabelle gar kein Problem dar. Super!

Dazu bietet das Tastatur-Dock zwei „echte“ USB Anschlüsse. So könnt ihr dank des Windows 10 Betriebssystems beinahe jedes USB Gerät, sei es eine Maus, ein Drucker oder ein externes Laufwerk an das Winpad anschließen. Das Windows Tablet verwandelt sich so also in einen vollwertigen PC.
Kritik muss ich beim Trackpad äußern. Das hat die Eingaben in meinem Fall nicht immer zuverlässig umgesetzt und auch das Klicken wirkt darauf sehr schwammig. Insgesamt hinterlässt dieses keinen guten Eindruck und ich rate zur Verwendung einer externen Maus.

Einen zusätzlichen Akku oder eine extra Festplatte findet ihr im Tastatur Dock leider nicht.

Speicher und Akkulaufzeit


Das ist schade, denn der interne Speicher ist mit 32 GB recht knapp bemessen. Davon stehen euch nämlich nur ca.  20 GB zur Verfügung. Der Speicher kann zwar per microSD Karte erweitert werden, allerdings hätte ich mir etwas mehr Platz gewünscht.

Der 9000 mAh starke Akku ist wirklich ausreichend bemessen und erlaubt euch das Convertable den ganzen Tag ausgiebig zu verwenden. Die Akkulaufzeit beim Arbeiten mit Word, Excel, Surfen im Internet und das Abspielen von YouTube Videos beträgt ca. 8 Stunden. Kein schlechter Wert!

Und sonst so?


Was bleibt sonst noch zum Odys Winpad 12 zu sagen?
Die beiden 2 Megapixel Kameras auf der Front- und Rückseite sind kaum erwähnenswert. Während die Frontkamera durchaus zum Skypen brauchbar ist, hätte man die rückseitige meiner Meinung nach weglassen sollen.

Zum Windows 10 Betriebssystem möchte ich auch gar nicht mehr so viel sagen. Ich bin absolut kein Fan von Microsoft neuesten OS und auch das Winpad 12 konnte mich hier nicht überzeugen. Alle, die meine Abneigung nicht teilen, sollten hier aber keine Probleme haben.

Auch die verbauten Lautsprecher sind kaum der Rede wert. Sie sind weder besonders schlecht, noch sonderlich gut. Dem Preis angemessen gliedern sie sich im qualitativen Mittelfeld an.

Fazit


Das Odys Winpad 12 ist ein grundsolides, mittelklassiges Windows Tablet, dass ungemein durch das Tastatur-Dock und dem verhältnismäßig geringen Preis von ca. 200 € profitiert. So könnte das Convertable vor allem für Schüler und Studenten interessant sein, die auf der Suche nach einem portablen PC sind. Zum Spielen ist das Winpad nicht geeignet. Aber es ist ein brauchbarer Begleiter für normale Office-Aufgaben und zum Surfen im Internet. Auch wenn aufgrund des Preises Abstriche bei der Display-Auflösung und der Speichergröße gemacht werden müssen, kann ich eine klare Kaufempfehlung für alle aussprechen, die mit den genannten Einschränkungen gut zurechtkommen.

Pro:

Kontra:

+ schlichtes Design
- … das zu generisch wirkt
+ tolle Verarbeitung
- … aber keine hochwertige Materialwahl
+ Display mit guter Farbdarstellung, Helligkeit, und sehr guten Blickwinkeln
- geringe Display-Auflösung (135 ppi) fällt auf
+ grundsolide Performance für Office-Anwendungen und zum Surfen im Internet
- Wartezeiten beim Öffnen von aufwendigeren Programmen
+ Tastatur-Dock mit überzeugender Haptik beim Tippen
- … dafür ist das Trackpad beinahe unbrauchbar
+ 2 x USB am Tastatur-Dock zum Anschließen von externer Hardware

+ Speicher erweiterbar
- … Das ist aufgrund des geringen internen Speichers aber auch bitter nötig!
+ hervorragende Akkulaufzeit

+ Preis-Leistungs-Verhältnis ist großartig



 Wertung: 7/10

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