Passengers: ungewollte Weltraum-Romanze


Als großer Freund vom Science Fiction Filmen und Zukunftsszenarien hatte ich Passengers sehr früh auf dem Schirm. Dazu kommen eine absolut hochwertige Besetzung und eine Idee, die man im Genre noch nicht zu oft gesehen hat. Konnte mich Passengers also restlos überzeugen oder scheitert der Film an der eigenen Idee? Finden wir es heraus!

Im Jahr 2350 hat die Menschheit den Sprung die Weiten des Alls bereits geschafft und sendet Kolonieschiffe auf eine Jahrhundert lange Reise, um neue Welten zu bevölkern. Auf einem solchen Schiff befindet sich Jim Preston, der aus dem Stasisschlaf erwacht und sich zunächst wundert, warum er ganz alleine auf dem riesigen Weltraumkreuzer ist. Durch eine Fehlfunktion wurde seine Kapsel 90 Jahre zu früh geöffnet und so treibt er alleine auf dem riesigen Schiff im All umher. Getrieben von seiner Einsamkeit weckt er eine weitere Passagierin, Aurora. Ein einsamer Mann und eine einsame Frau ganz alleine auf einem riesigen Raumschiff? Natürlich kommen sich die beiden näher! Doch was passiert, wenn Aurora erfährt, dass Jim sie vorsätzlich zu einem Leben in völliger Isolation verdammt hat? Und ist es sogar noch von äußerster Wichtigkeit, dass die beiden erwacht sind?

Ich mag die Geschichte, die Passengers erzählt. Nur sollte hier niemand das übliche SciFi-Krachbumm-Kino erwarten. So beginnt der Film sehr langsam und nimmt auch später nur spärlich Fahrt auf. Lange Zeit seht ihr nur Chris Pratt auf der Leinwand. Ihr schaut ihm zu, wie er mit seinem Schicksal kämpft, versucht es zu lösen, völlig verzweifelt und am Ende eine fragwürdige, aber nachvollziehbare Entscheidung trifft. Und er trägt den Film sehr gut bis dahin auf seinen Schultern! Doch als Aurora, gespielt von Jennifer Lawrence hinzukommt, entwickelt sich der Film eher zu einer Romanze. Dass das nichts Schlechtes sein muss, beweist die gute Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern. Lawrence und Pratt harmonieren so gut miteinander, dass selbst der etwas arg lang gestreckte Mittelteil der Erzählung zu unterhalten weiß. Nur das Ende, dass dann doch noch eine SciFi typische Bedrohung hinzufügen muss, hat mir nicht so recht gefallen. Auf einmal wirkt der Film gehetzt und scheint komplett das Genre zu wechseln. Zudem sieht man jede Wendungen sofort kommen. Ich bin der Meinung vor allem in der zweiten Hälfte schwächelt die Erzählung erheblich.

Dafür lässt die Inszenierung in der zweiten Hälfte die Muskeln spielen. Und auch insgesamt kann Passengers zumindest visuell überzeugen. Das Raumschiff sieht super aus und die Effekte in der Schwerelosigkeit sind wirklich gelungen. Vor allem die im Trailer angekündigte Szene im Schwimmbad ist optisch großartig. Schade dass der Soundtrack da nicht ganz mithalten kann. Dieser ist einfach zu auswechselbar und hat bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Zur schauspielerischen Leistung habe ich bereits einiges gesagt, möchte aber nochmal herausstellen, wie gut Lawrence und Pratt den Film tragen. Pratt schafft perfekt den Spagat zwischen Verzweiflung und dem führ ihn typischen Humor. Vor allem aber Jennifer Lawrence hat mir hier zum ersten Mal richtig gut gefallen! Dazu kommen noch ein Michael Sheen, der als Robo-Barkeeper wirklich unterhaltsam ist und eine weitere Überraschung, die ich hier aber noch nicht verraten möchte.

An dieser Stelle könnt ihr euch die Filmkritik wie immer als Video ansehen:


Passengers ist eine gute SciFi-Romanze mit schwächen in der zweiten Hälfte. Die Bilder sind großartig, die schauspielerische Leistung hervorragend und die Geschichte im Kern sehr interessant. Dafür ist der Soundtrack zum Vergessen, der gesamte Film gefühlt 15 Minuten zu lang und die zweite Hälfte schwächelt etwas bei der Erzählung. Trotzdem hatte ich meinen Spaß und solltet ihr Science Fiction abseits von Sternenkriegen und mörderischen Aliens mögen, dann solltet auch ihr hier auf eure Kosten kommen.

Pro:

Kontra:

+ interessante SciFi-Story
- erzählerische Schwächen in der zweiten Hälfte
+ Lawrence und Pratt harmonieren sehr gut vor der Kamera
- Soundtrack hinterlässt keinen bleibenden Eindruck
+ tolle Kulissen und Effekte
- Film insgesamt etwas zu lang geraten

Wertung: 7 / 10

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