Apple TV+: Qualität statt Quantität

Mit dem Erwerb eines Apple TV habe ich auch mein erstes Jahr Apple TV+ quasi gratis dazu bekommen. Nachdem ich nun einen Großteil des Angebots angesehen habe, möchte ich an dieser Stelle einfach mal über Apples Streaming Dienst und über die zugehörige App reden. Welche Serien waren wirklich gut, welche nicht und lohnt sich der Preis für NOCH einen Streaming Dienst überhaupt? Hier ist meine Meinung!

Allgemeines

Reden wir kurz über die Inhalte, denn die machen für mich einen Streaming Dienst erst interessant. Während Netflix und Prime vor allem auf Masse setzen, ist das Angebot bei Apple zwar nicht sehr groß, dafür für meinen Geschmack aber sehr viel hochwertiger. Jede einzelne Apple TV+ Produktion ist verdammt hochwertig produziert und hochkarätig besetzt. Da hätten wir zum Beispiel Jason Momoa, Rupert Grint, Jennifer Aniston oder Samuel L. Jackson, um mal ein paar Namen zu nennen. Nicht alles ist wirklich richtig gut, aber etwas Schlechtes habe ich bisher nicht gesehen. Bei Netflix ist dann doch sehr viel Schund dabei.

Aber am besten stelle ich euch hier kurz ein paar Inhalte vor.

See

In der Zukunft hat eine Seuche nicht nur einen Großteil der Menschheit vernichtet, die Überlebenden haben dazu die Fähigkeiten zu sehen verloren. So lebt die Menschheit wieder wie früher in der Antike, angeführt von einer streng religiösen Königin. Nun kommen Zwillinge auf die Welt, die ganz offensichtlich mit der Gabe des Sehens geboren werden. Das ist für die Königin eine zu große Bedrohung und eine Hetzjagd auf die Kinder beginnt.

Ausgangslage und Setting sind extrem interessant. Der Production Value ist extrem hoch und vor allem Landschaftsaufnahmen, Kostüm und Kampfchoreografien können voll überzeugen. Leider wird die erste Staffel sehr schnell erzählt, was zu Logik-Lücken führt und die Charakterisierung teilweise schwierig macht. Dennoch war See für mich ein guter Einstieg in das Angebot von Apple TV+. Eine zweite Staffel wurde auch schon bestätigt.

Servant

Als nächsten war Servant an der Reihe. Hier geht es um eine Familie, die mit dem Verlust ihres Babys klarkommen muss. Vor allem die Mutter kann den Verlust nicht verkraften und so versucht man mit einer Puppe, die sie für ihren echten Sohn hält, vorerst zu beruhigen. Das geht sogar so weit, dass man für die Puppe eine Nanny einstellt. Diese Nanny ist irgendwie echt merkwürdig und spätestens als aus der Puppe plötzlich ein echtes Baby wird, ist klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht.

Bis zur letzten Folge fand ich diese Serie auch verdammt gut. Leider schlägt dann wieder der M. Night Shyamalan Fluch zu und das Finale schafft es nicht zu überzeugen. Auch hier ist eine zweite Staffel schon bestätigt und vielleicht wird dann ja endlich etwas erklärt, aber so bleibt eine spannende, gruselige und wunderschön gefilmte Staffel, die am Ende leider enttäuscht.

The Morning Show

In der namensgebenden Fernsehsendung kommt es zu einem #MeToo-Skandal und das wirft das gesamte Ensemble durcheinander. So verfolgen wir zwei Frauen, die mit den neuen Gegebenheiten klarkommen müssen. Sehen welche politischen Machtspielchen im Hintergrund ablaufen und wie sich sexuelle Übergriffe auf alle beteiligten auswirken.

Ich hatte es nicht erwartet, aber The Morning Show ist für mich bisher tatsächlich die beste Apple TV+ Serie. Sie ist clever, super gespielt, extrem spannend und top aktuell. Auch hier soll eine zweite Staffel folgen und ich freue mich riesig darauf.

Mystic Quest

Mystic Quest ist die wohl seichteste Serie im ganzen Angebot. Es geht um eine Spiele-Studio, das angeführt von einem chaotischen Director von einem Problem ins nächste rennt. Die Serie ist auf jeden Fall unterhaltsam, aber nicht unbedingt überragend. Bis auf eine einzelne Folge, die einfach nur großartig ist. Mystic Quest Folge 5 ist ganz großes Fernsehen, das mit sehr viel Charme und Witz aktuelle Entwicklungen in der Gaming Industrie kritisiert. Es ist wie eine richtig gute Black Mirror-Folge und auch wenn der Rest der Staffel nicht überwältigend ist, diese eine Folge ist pures Gold!

Unglaubliche Geschichten

Apropos Black Mirror, Apples Unglaubliche Geschichten kommt dem wohl am nahsten. Hier erwarten euch Kurzgeschichten, die von Zeitreisen, Geistern oder Superhelden handeln. Jede einzelne Geschichte weist dabei eine ganz eigene Handschrift auf. Auch wenn mir nicht alle Episoden gleich gefallen haben, so sind auch hier richtige TV Perlen zu finden.

Trying

Erst diese Woche haben wir mit Trying angefangen, einer Comedy-Serie, die die Geschichte eines jungen Pärchen erzählt, das leider keine Kinder bekommen kann. So entscheiden sie sich zu adoptieren. Das hat natürlich erhebliche Auswirkungen auf ihr ansonsten recht chaotisches Leben.

Das Thema der Sendung spricht meine Frau und mich persönlich sehr stark an und so hat es uns auch recht schnell gepackt. Viele kleine Witze funktionieren bei uns einfach richtig gut. Aber auch so kommt der britische Humor richtig gut zur Geltung. An sich bin ich kein großer Comedy-Serie-Fan (außer natürlich Scrubs), aber Trying gefällt mir bisher richtig gut. Das ist vor allem den extrem sympathischen Hauptdarstellern zu verdanken.

Fazit

Ich hätte jetzt noch auf weitere Inhalte eingehen können, aber für einen Überblick sollte das reichen. Es ist eher so, dass es da noch genug Serien und auch Filme gibt, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Das Angebot wächst stetig weiter an und wenn Apple die tolle Qualität beibehalten kann, dann ist das wirklich beachtlich. Rein qualitativ zähle ich die Serien und Filme von Apple TV+ mit zu den besten Angeboten im ganzen Streaming Markt. Natürlich ist das immer Geschmackssache und auch auf externe Inhalte, also keine Eigenproduktionen, wie ihr sie bei Netflix und Prime bekommt, müsst ihr hier verzichten. Wenn die Qualität aber so gut, dann zahle ich auch nach Ablauf meines Gratis-Jahrs gerne 5 Euro monatlich. Apple hat sehr gut vorgelegt und muss jetzt einfach dranbleiben. Mir gefällt‘s!


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