Nintendo Switch Lite: bessere Hardware, aber ohne Switch



Seit ca. 2 Monaten haben wir nun neben einer regulären Switch auch eine Switch Lite im Haus. Vieles aus meinem ursprünglichen Testbericht kann so auch direkt auf die Lite übertragen werden, weshalb ich euch diesen für die grundlegenden Fragen mit im Artikel verlinken werde. In diesem Beitrag möchte ich eher auf die Unterschiede eingehen und klären welche Switch denn für euch die richtige ist. Viel Spaß!

Hier findet ihr meinen ursprünglichen Test "normalen" Switch!

Großes Haptik-Plus

Einer meiner größten Kritikpunkte bei der „normalen“ Switch war die unterdurchschnittliche Haptik. Das hat sich bei der Switch Lite deutlich verbessert. Schon beim Auspacken war klar, dass sich Nintendo kleine Konsole sehr viel besser anfühlt. Nicht nur lässt sich das matte Kunststoff sehr viel griffiger an, vor allem durch das Wegfallen der entfernbaren Joycons wirkt die Lite sehr viel robuster. Mich stört bei der Switch immer wieder, das die Joycons im Handheld-Modus leicht wackeln. Bei der Lite wackelt absolut gar nichts. Alles ist extrem stabil und sehr viel hochwertiger verarbeitet als bei der großen Switch.


Dazu ist die Lite über 100g leichter und ca. 3cm kürzer und 1cm niedriger. Die kompakteren Maße und vor allem das geringere Gewicht sorgen für mehr Komfort beim Spielen. Mir schlafen nach 1 bis 2 Stunden immer regelrecht die Hände ein wenn ich mit meiner Switch Spiele. Bei der Lite kann ich länger spielen, ohne das irgendwelche Ermüdungserscheinungen auftreten. Ich kann sie einfach besser greifen.

Die Verbesserungen betreffen auch die Tasten. Das ihr nun ein echtes D-Pad findet, ist mir persönlich zwar echt egal, aber glaubt man dem Internet, gibt es viele, die sich darüber freuen. Mir haben da viel mehr die besseren Druckpunkte gefreut. Alle Tasten sind irgendwie weicher als auch noch auf Joycons. Auch ist das „Klick-Geräusch“ hörbar leiser. Mir gefällt der weichere Druckpunkt der Lite besser. Und auch hier wirkt es einfach hochwertiger.

Zu guter letzt möchte ich bei den äußeren Werten auch die Farben loben. Meine Frau wollte gerne die „Koralle“ getaufte rosafarbene Switch Lite haben. Auch wenn das nicht meine erste Wahl gewesen wäre, muss ich zugeben, die Farbe sieht gut aus! Aber auch das leuchtende Gelb oder die etwas gedämpfteren Farben blau und grau können sich wirklich sehen lassen.

Schärfere Darstellung

Das Display der Lite ist von 6,2 auf 5,5 Zoll geschrumpft. Dabei ist die Auflösung aber bei 1280x720 Pixeln geblieben. Dadurch steigt natürlich auch die Pixeldichte von 236 auf 267 ppi. Mir ist das sofort aufgefallen. Das soll nicht heißen, dass das Display der Switch zu schlecht auflöst, aber im direkten Vergleich zur Lite sieht man deutlich, dass das kleinere Display ein schärferes Bild zeigt.

In puncto Helligkeit und Farbdarstellung sind mir keine sichtbaren Unterschiede zur Switch aufgefallen. Hier spielen beide Display in der selben guten Liga.

Performance, Funktionen und Akku

Die reine Performance der Lite steht der großen Switch auch in nichts nach. Spiele laufen genauso flüssig, haben identische Ladezeiten und auch grafische Unterschiede gibt es im Handheld-Modus keine. Gerade bei der kleinen Lite ist das echt beeindruckend.

Kommen wir aber zu dem großen Minuspunkt der Switch Lite. Ihr könnt sie nicht mehr „switchen“! Somit ist die Lite eine waschechte (aber eben auch ausschließlich) Handheld-Konsole. Das Spielen am Fernseher ist damit nicht mehr möglich. Und damit ist auch die Frage geklärt, für wen die Lite nun die richtige Wahl ist. Wenn ihr wirklich nur Handheld spielen wollt, dann kauft ihr euch die Lite. Wenn ihr am Fernseher spielen wollt, dann ist müsst ihr zur „normalen“ Switch greifen. 

Das finde ich schade. Gerade ein optional erhältliches Dock wäre in meinen Augen fair gewesen. Nintendo hätte in meinen Augen gerne für den Preis der großen Switch eine Option anbieten können, bei der man ein extra Lite Dock bekommt. Will man dann noch Joycons so wird die Lite Variante teurer als die normale Switch. Das hätte ich fair gefunden und die Switch hätte noch ihre Daseinsberechtigung. Aber hätte, wäre, wenn….

Auch bei der Akkulaufzeit muss man ein paar Abstriche machen. Mit der Lite könnt ihr zum Beispiel ca. 3,5 Stunden Animal Crossing spielen. Auf der normalen Switch ist eine extra Stunde drin. Dieser Unterschied ist auch bei weniger aufwendigen Spielen sichtbar. Gemessen an den Größenunterschieden geht das für mich voll in Ordnung. Leider dauert das Aufladen des Akkus aber recht lange. Ca. 3 Stunden muss die Lite an das mitgelieferte Netzteil um wieder voll aufgeladen zu sein. Zwar dauert das bei der großen Switch genauso lange, aber durch das Dock fällt das gar nicht so extrem auf. Sie ist immer griffbereit und aufgeladen. Da die Lite kein Dock hat, kann man hier schon mal auf einen leeren Akku stoßen.

Fazit

Fassen wir aber alles nochmal kurz zusammen. Die Switch Lite ist bedeutend bessere Hardware. Sie ist besser verarbeitet, sie lässt sich bequemer halten und auch das Design sagt mir persönlich mehr zu. Ich spiele zu 80 Prozent im Handheld-Modus und in diesen Momenten schiele ich schon etwas neidisch auf die Lite meiner Frau. Aber eben diese restlichen 20 Prozent, in denen ich Hyrule am großen Bildschirm erleben möchte, das geht leider ausschließlich mit der großen Switch. Das ist der einzige große Nachteil und die einzige Frage, die ihr euch beantworten müsst. Will ich Switch-Spiele am Fernseher spielen? Lautet die Antwort ganz klar „Nein“ oder „Nicht unbedingt!“, dann kauft ganz klar eine Switch Lite. Immerhin spart ihr so auch 100€, die ihr gleich in Spiele investieren könnt.

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